Bain & Company: Chinesische Investoren werden bis 2015 in Deutschland
Zehntausende von Arbeitsplätzen schaffen
Deutscher Mittelstand im Visier der Chinesen
München/Düsseldorf, 27. Januar 2004 – Die chinesischen Auslandsinvestitionen
werden bis zum Jahr 2015 schätzungsweise auf das Neunfache – nämlich
65 Mrd. Euro Jahresvolumen – anschwellen. "Davon wird nicht nur der
Standort Deutschland mit dann mindestens 10 000 neuen Arbeitsplätzen
pro Jahr profitieren, sondern indirekt auch deutsche Unternehmen, die
ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern wollen", fasst Dr.
Uwe Reinert, Director bei der Unternehmensberatung Bain & Company,
die Ergebnisse der heute in Düsseldorf vorgestellten Studie "China goes
West" zusammen. Bain hat dazu bereits im Ausland ansässige und auf dem
Sprung stehende Top-Unternehmen aus dem Reich der Mitte befragt.
Bei ihrem Vorstoß aufs internationale
Parkett peilen die Chinesen in erster Linie fragmentierte, oft mittelständisch
geprägte Branchen und Märkte an, in denen sie ihre Kostenvorteile voll
ausspielen können. Dazu zählen insbesondere TV-/Video, Haushaltsgeräte,
Textil- und Werkzeugmaschinen sowie der Pharmabereich. Den Sprung in
Richtung Westen wagen dabei vor allem chinesische Unternehmen, die im
Heimatmarkt bereits eine starke Position erreicht haben und daher sowohl
über eine hohe Ertragskraft wie über international wettbewerbsfähige
Produkte verfügen.
Nannten 75 Prozent der chinesischen
Firmen, die bereits in Europa ansässig sind, den Marktzugang als ihr
entscheidendes Investitionsmotiv, so gilt das auch für das Kalkül der
künftigen Auslandsinvestoren. Für sie spielen darüber hinaus der Technologie-
und Markenaufbau sowie das Marketing- und Vertriebs-Know-how eine wichtige
Rolle.
Dabei setzen die expansionswillligen
Unternehmen aus der Volksrepublik auf Partnerschaften mit ausländischen
Firmen: 70 Prozent der Nennungen entfielen auf Kooperationen, Joint-Ventures
oder Akquisitionen. "Hier liegt", so Bain-Partner Reinert, "die doppelte
Chance für deutsche Unternehmen":
- Sie können sich durch Partnerschaften leichter Zugang zum größten
Wachstumsmarkt der Welt verschaffen.
- Durch gemeinsame Produktion und teilweise auch Entwicklung in China
bietet sich deutschen Betrieben die Chance, ihre Kostenposition im
internationalen Wettbewerb zu verbessern.
Überdies erhalten deutsche Unternehmen,
die in Schwierigkeiten geraten sind, aber über eine starke Marke verfügen,
die gute Gelegenheit, einen passenden Käufer zu finden.
Generell ist der Standort
Deutschland für die von Bain befragten chinesischen Unternehmen, die
global expandieren wollen, gemeinsam mit den USA und Indien weltweit
erste Wahl. Allerdings erwarten die Chinesen bei der Ansiedlung und
beim Geschäftsaufbau rechtliche und administrative Hilfe vor Ort. Großen
Wert legen sie auch auf Unterstützung bei der sozialen Integration ihrer
Manager und Mitarbeiter – insbesondere durch Deutschkurse und persönliche
Kontakte zu ihren Nachbarn. Als größtes Hindernis erleben die Manager
aus Fernost die schwerfällige und langsame deutsche Bürokratie – 60
Prozent der Befragten sehen hier erheblichen Verbesserungsbedarf.
Bain & Company
Bain zählt zu den drei weltweit führenden Strategieberatungen. Gemeinsam
mit dem Topmanagement seiner Klienten arbeitet Bain darauf hin, klare
Wettbewerbsvorteile zu erreichen und damit den Unternehmenswert nachhaltig
zu steigern. Dabei sind herausragende finanzielle Ergebnisse oberste
Maxime des Handelns. Das Engagement geht so weit, dass Bain auch erfolgsabhängige
Honorare akzeptiert.
Die Strategieberatung unterhält rund 30 Büros in 19 Ländern und beschäftigt
weltweit 2.800 Mitarbeiter. Davon sind 250 in Deutschland und 50 im
Schweizer Office tätig. Seit der Gründung 1973 hat Bain für über 2.500
Klienten aus praktisch allen Branchen gearbeitet.
Kontakt:
Bain & Company Germany, Inc., Dr. Frank Hafner, e-mail: frank.hafner@bain.com
Karlsplatz 1, 80335 München, Tel: +49 89 5123 1375, Fax: +49 89 5123
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