Analyse von Bain & Company: In der Unternehmens-IT stecken noch enorme
Einsparungs- und Nutzenpotenziale, doch ...
Outsourcing allein reicht nicht!
München/Zürich, 2. Februar 2004 – "Die Kluft zwischen dem Bit-, Byte-
und Business-Paradies, das die Informationstechnologie-Anbieter den
Unternehmen immer wieder verheißen, und der Realität könnte größer nicht
sein", sagt Dr. Thomas Gumsheimer, für die strategische IT-Beratung
verantwortlicher Partner von Bain & Company im deutschsprachigen
Raum. Indiz: Seit 1998 stiegen die IT-Ausgaben in der EU teilweise mit
zweistelligen Jahresraten, während das jährliche Produktivitätswachstum
bis heute im unteren einstelligen Bereich blieb. Und jeder dritte Topmanager
ist laut einer Umfrage mit der Unternehmens-IT unzufrieden. "Mehr Geld
allein garantiert noch keinen Erfolg, und auch das derzeit so beliebte
IT-Outsourcing ist kein Allheilmittel", fasst Gumsheimer die Ergebnisse
einer neuen Bain-Analyse zusammen. "Entscheidend ist vielmehr, zunächst
Prozesse und IT konsequent auf die Geschäftsstrategie auszurichten sowie
die gewachsene Komplexität drastisch zu reduzieren.
Um das volle wirtschaftliche Potenzial der Informationstechnologie auszuschöpfen,
sollten sich die Unternehmen nach den Erfahrungen, die Bain aus mehr als
150 strategischen IT-Beratungsprojekten gewonnen hat, auf vier entscheidende
Problem- und Aktionsfelder konzentrieren:
- Geschäftsorientierung. Business treibt IT – und
IT ermöglicht es. Von dieser obersten Maxime sollte sich das IT-Management
stets leiten lassen. Welche Potenziale sich dadurch erschließen lassen,
zeigt das Beispiel der VR Immobilien AG. Unter diesem Holding-Dach
haben DGHyp, Bausparkasse Schwäbisch-Hall und deren gemeinsame Backoffice-Tochter
VR Kreditwerk ihre Immobilienkompetenz gebündelt. Durch den Aufbau
einer Standard-IT-Plattform für die Immobilienfinanzierung gelingt
es, einen signifikanten geschäftlichen Mehrwert und nachhaltigen Nutzen
für die Kunden zu schaffen: "Indem wir den Weg vom Individualfertiger
hin zum Maßkonfektionär von Standardsoftware gehen, können wir ihnen
auch in Zukunft eine herausragende Prozesseffizienz bieten", betont
Ralf Stankat, IT-Vorstand des Kreditwerks.
- Komplexitätsmanagement. Gerade bei Großunternehmen
stecken hier gewaltige Produktivitätsreserven. Ein Komplexitätstreiber
ersten Ranges sind Fusionen und Akquisitionen. Zum Beispiel hatte
ein großer Energieversorger durch aggressive Zukäufe 50 Prozent mehr
Kunden gewonnen, zugleich aber eine Welle von 1600 IT-Projekten ausgelöst,
um der entstandenen Systemvielfalt Herr zu werden. Dadurch drohten
die möglichen Größenvorteile weitgehend aufgefressen zu werden. Die
Lösung: Fokussierung auf die Schaffung einer einheitlichen Abrechnungsplattform,
die fast 100 Mio. Euro einsparte.
- Strategisches Sourcing. Trotz beeindruckender Beispiele
– so konnte ein Computerhersteller durch die Auslagerung von Prozessen
und IT in Niedriglohnländer (Offshoring) rund 180 Mio. Euro einsparen,
davon allein 140 Mio. im IT-Bereich – ist Outsourcing nicht in jedem
Fall die optimale Alternative. Auch die Entscheidung, welche IT-Aktivitäten
im eigenen Haus oder von einem externen Dienstleister erbracht werden,
sollte sich nicht an dem, was andere tun, sondern an den strategischen
Zielen und operativen Anforderungen des Kerngeschäfts orientieren.
- Wertsicherung. Hier geht es darum, mit Hilfe systematischer
Analyse sicherzustellen, dass die IT-Prozesse und -Investitionen größtmöglichen
wirtschaftlichen Nutzen bringen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei
den versteckten – also auf der Anwenderseite anfallenden – IT-Aufwendungen
gelten, die zwischen 10 und 80 Prozent der gesamten IT-Ausgaben ausmachen
können. Durch neutrale Überprüfung lassen sich auch IT-Investitionen
senken – beim E-Business-Projekt einer Daimler-Chrysler-Tochter zum
Beispiel von ursprünglich 2,8 Mio. auf 1,8 Mio. Euro, und das bei
erweitertem inhaltlichen und funktionalem Umfang.
Fazit: "Ein konsequent an den Geschäftszielen,
den daraus abgeleiteten Prozessen sowie an Aufwands- und Ertragskriterien
ausgerichtetes IT-Management zahlt sich", so IT-Stratege Gumsheimer,
"mehr aus, als jeder IT-Mode hinterher zu rennen."
Bain & Company
Bain zählt zu den drei weltweit führenden Strategieberatungen. Gemeinsam
mit dem Topmanagement seiner Klienten arbeitet Bain darauf hin, klare
Wettbewerbsvorteile zu erreichen und damit den Unternehmenswert nachhaltig
zu steigern. Dabei sind herausragende finanzielle Ergebnisse oberste
Maxime des Handelns. Das Engagement geht so weit, dass Bain auch erfolgsabhängige
Honorare akzeptiert.
Die Strategieberatung unterhält rund 30 Büros in 19 Ländern und beschäftigt
weltweit 2.800 Mitarbeiter. Davon sind 250 in Deutschland und 50 im
Schweizer Office tätig. Seit der Gründung 1973 hat Bain für über 2.500
Klienten aus praktisch allen Branchen gearbeitet.
Kontakt:
Bain & Company Germany, Inc., Dr. Frank Hafner, e-mail: frank.hafner@bain.com
Karlsplatz 1, 80335 München, Tel: +49 89 5123 1375, Fax: +49 89 5123 1376
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