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23.07.2004:
Deutsche Unternehmen nur wenig profitabel
  23.07.2004: Deutsche Unternehmen nur wenig profitabel

Starkes Kerngeschäft entscheidet über Unternehmenserfolg – Ergebnisse einer Zehn-Jahres-Analyse von Bain & Company

Deutsche Unternehmen nur wenig profitabel

München/Düsseldorf, 23. Juli 2004 – Gerade einmal neun Prozent der deutschen Unternehmen wachsen nachhaltig profitabel. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company, die 173 Unternehmen über die vergangenen zehn Jahre untersucht hat. Spitzenreiter beim Umsatz ist mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von 23,4 Prozent das Softwareunternehmen SAP. Das größte jährliche Gewinnwachstum verzeichnete mit 32,5 Prozent der aktuell mit Problemen kämpfende Volkswagen-Konzern. Bei der Wertschöpfung hat mit einer Netto-Aktienrendite von durchschnittlich jährlich 27 Prozent der Sportmodehersteller Puma am besten abgeschnitten (siehe beiliegende Tabelle). "Entscheidend für den Erfolg ist, dass ein Unternehmen über ein starkes Kerngeschäft verfügt und hier eine führende Marktposition erringen konnte", kommentiert Franz-Josef Seidensticker, Managing Director von Bain & Company Germany, das Resultat, "rund 80 Prozent der nachhaltigen Wertschöpfer haben in der Regel nicht mehr als ein Kerngeschäft. Keine Rolle spielt dagegen, ob ein Unternehmen in High-Tech-Märkten oder in einer Traditionsbranche agiert."

Für den Zeitraum von 1994 bis 2003 hat die Unternehmensberatung Bain & Company die Entwicklung von 173 börsennotierten deutschen Großunternehmen mit mehr als 400 Millionen Euro Umsatz analysiert. Maßstab für die Bewertung waren drei Kriterien: ein durchschnittliches reales Jahreswachstum von jeweils 5,5 Prozent bei Umsatz und Gewinn sowie die Deckung der Kapitalkosten durch Kurssteigerungen und Dividenden (Netto-Aktienrendite). Die drei Sollgrößen liegen knapp unter den durchschnittlichen Zielvorgaben, wie sie in den Strategieplänen von Unternehmen weltweit formuliert werden.


Das Ergebnis: Die Wachstumshürde beim Umsatz konnte noch beinahe ein Drittel der Unternehmen nehmen und noch jedes sechste hielt beim Gewinn mit. Das dritte Kriterium allerdings erfüllten die wenigsten: Nur magere neun Prozent der Unternehmen erzielten dauerhaft kapitalkostendeckende Renditen und erwiesen sich damit als nachhaltige Wertschöpfer.


Beim Umsatz führen die Unternehmen SAP (durchschnittliche jährliche Zuwachsraten: 23,4 Prozent), Fresenius (22 Prozent) und Puma (21,2 Prozent) das Feld der Champions an. Auf Platz eins beim Gewinn rangiert mit 32,5 Prozent durchschnittlichen jährlichen Gewinnsprüngen der Autobauer Volkswagen – Grund dafür ist allerdings der niedrige Basiseffekt vor zehn Jahren. Auf Platz zwei und drei folgen der Sportmodeproduzent Puma mit 30,1 Prozent und der Reifenhersteller Continental mit 25,4 Prozent.


Spitzenreiter bei der Wertschöpfung ist Puma mit einer durchschnittlichen jährlichen Netto-Aktienrendite von 27 Prozent. Auf Platz zwei liegt mit 24,5 Prozent die SAP und auf dem dritten Rang findet sich mit 13,7 Prozent das Pharma- und Chemieunternehmen Altana.


Als wichtigster Erfolgsfaktor kristallisierte sich heraus, dass die meisten der nachhaltig wertschöpfenden Unternehmen ihre Kräfte auf ein klar definiertes Kerngeschäft konzentrieren, hier Marktführer sind beziehungsweise eine führende Position einnehmen. Nur sie bringt überdurchschnittliche Renditen. Die wiederum erlauben es den Marktführern, kräftiger als der Wettbewerb zu reinvestieren – beispielsweise in Produktinnovationen oder Kostenführerschaft – und die Konkurrenz damit auf Abstand zu halten. Auf diese Weise sichern sich nachhaltige Wertschöpfer das größte Stück vom Gewinnpotenzial einer Branche.


Das schließt allerdings nicht aus, dass ein Unternehmen auch mit zwei oder drei Kernen dauerhaft erfolgreich sein kann. So finden sich unter den 16 nachhaltigen Wertschöpfern in Deutschland drei Unternehmen mit zwei oder gar drei Kerngeschäften. "Oft jedoch", erläutert Bain-Deutschland-Chef Seidensticker, "ist dabei nur einer der Kerne die große Wachstumslokomotive wie beispielsweise bei Altana der Pharmabereich."


Weniger wichtig für den Unternehmenserfolg ist dagegen ein in seiner Bedeutung häufig überschätzter anderer Faktor: die Attraktivität und Wachstumsstärke des Marktes, in dem ein Unternehmen tätig ist. So kann Marktführerschaft in einer klassischen Industrie auf die Dauer bessere Chancen bieten als eine schwache Position in einem Boommarkt.


In der Tat tummeln sich viele der von Bain identifizierten nachhaltigen Wertschöpfer in reifen Branchen. Unter den Top 16 finden sich beispielsweise ein traditionsreicher Bahntechnik-Anbieter, ein Kabelhersteller, ein Kosmetikproduzent und zwei Bekleidungsunternehmen. Im High-Tech-Bereich sind nur drei der Paradeunternehmen angesiedelt.


"Ob ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich ist, liegt weniger an äusseren Faktoren wie der Branche", resümiert Seidensticker, "sondern hängt zu 70 bis 80 Prozent davon ab, ob das Managementteam im Kerngeschäft seine Schulaufgaben richtig macht."

Weitere Informationen

Die komplette Analyse mit dem Titel "Die Kraft aus dem Kern – Strategien für nachhaltig profitables Wachstum" können Sie unter der unten angegebenen Kontaktadresse anfordern.

 

Bain & Company
Bain zählt zu den drei weltweit führenden Strategieberatungen. Gemeinsam mit dem Topmanagement seiner Klienten arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu erreichen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Dabei sind herausragende finanzielle Ergebnisse oberste Maxime des Handelns. Das Engagement geht so weit, dass Bain auch erfolgsabhängige Honorare akzeptiert.
Die Strategieberatung unterhält rund 30 Büros in 19 Ländern und beschäftigt weltweit 2.800 Mitarbeiter. Davon sind 290 in Deutschland und 50 im Schweizer Office tätig. Seit der Gründung 1973 hat Bain für über 2.500 Klienten aus praktisch allen Branchen gearbeitet.

Kontakt:
Bain & Company Germany, Inc., Dr. Frank Hafner, e-mail: frank.hafner@bain.com
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