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29.11.2004:
Fusionen - Weg vom teuren Lotteriespiel
  29.11.2004: Fusionen - Weg vom teuren Lotteriespiel

Neue Bain-Studie: 50 Prozent aller Großfusionen vernichten Wert –
wie sich die magere Erfolgsbilanz deutlich verbessern lässt

Fusionen - Weg vom teuren Lotteriespiel

München/Zürich, 29. November 2004 – Jede zweite Großfusion vernichtet Unternehmenswert. Das ist das schockierende Ergebnis einer neuen, umfassenden Bain-Studie über Erfolgsaussichten und Erfolgsfaktoren von Firmenübernahmen und -zusammenschlüssen (M&A). Die Gründe für das Scheitern sind zumeist hausgemacht. So gaben von weltweit 250 M&A-erfahrenen Topmanagern, die Bain im Rahmen der Studie befragte, 66 Prozent zu, die realisierbaren Synergien auf der Kosten- und Umsatzseite überschätzt zu haben. "Akquisitionen und Fusionen müssen dennoch kein Lotteriespiel sein", erklärt Bain-Partner und M&A-Experte Rolf-Magnus Weddigen. "Die Unternehmen haben es durchaus in der Hand, die Erfolgschancen durch diszipliniertes Vorgehen zu verbessern."

Wo im konkreten Übernahmefall der Hebel anzusetzen ist, um die Erfolgschancen zu verbessern, hat Bain aus den Ergebnissen der Umfrage und über 50 Fallstudien destilliert. "Viele Unternehmen stellen die Weichen schon vom Start weg falsch", so M&A-Experte Weddigen. "Zum Beispiel nehmen sie Akquisitionsziele ins Visier, die nicht zu den Stärken ihres Kerngeschäfts passen." Die Hauptursache: Nicht einmal jeder dritte (29 Prozent) der von Bain befragten Manager startete mit einem strategisch fundierten Akquisitionskalkül, das sich auch auf Dauer als tragfähig erwies. Das heißt wiederum: Ohne Investmentthese, also eine klare Vorstellung davon, wie der M&A-Deal den Gewinn des Unternehmens steigern soll, geht es nicht.

Vernachlässigt wird häufig auch die strategische Durchleuchtung (Due Diligence) des Übernahmeziels: Nur 30 Prozent der Befragten zeigten sich damit zufrieden. Dagegen berichtete fast jeder zweite (49 Prozent) davon, dass Taktieren und emotionale Einflüsse wie Angst oder Gier die Entscheidungsfähigkeit trübten. Die fatalen Folgen:

  • 67 Prozent der M&A-verantwortlichen Manager hatten die realisierbaren Synergien überschätzt.
  • 50 Prozent entdeckten, dass das Akquisitionsobjekt trickreich für den Verkauf herausgeputzt war.
  • Ebenfalls 50 Prozent meinten, dass bei der Due Diligence versäumt wurde, die kritischen Punkte zu beleuchten.

Damit aber besteht die Gefahr, einen zu hohen Preis zu zahlen oder sich gar einen teuren Problemfall ins Haus zu holen. Und deshalb ist bei der strategischen Due Diligence Gründlichkeit oberstes Gebot.

Gefährliche Fallstricke lauern auch nach dem Vertragsschluss (Closing) bei der Integration der beiden Unternehmen. Die damit verbundenen Herausforderungen werden häufig unterschätzt. 67 Prozent der Befragten nannten dies als Ursache für M&A-Fehlschläge. 61 Prozent führten Schwierigkeiten an, die Managementteams zu integrieren und/oder wichtige Führungskräfte zu halten.

Dennoch ist eine erfolgreiche Integration möglich, wenn sich – so Weddigen – "die M&A-Verantwortlichen an drei Grundregeln halten, die von 80 Prozent der M&A-erfahrenen Manager bestätigt wird: das Zusammenwachsen der Unternehmenskulturen frühzeitig und aktiv fördern, für das gemeinsame Management die besten Leute von beiden Seiten wählen und – Zeit ist Geld – die Integrationsaktivitäten auf die Aspekte fokussieren, die den größten Fusions-Mehrwert erwarten lassen."

 

Wurzeln des Scheiterns

Die fünf häufigsten Ursachen für Fusions-Flops*

Potenzielle Integrationsprobleme wurden übersehen

67 %

Wirtschaftliche Synergien wurden überschätzt

66 %

Schwierigkeiten, die Managementteams zu integrieren und/oder wichtige Führungskräfte zu halten

61 %

Bei der strategischen Durchleuchtung wurden kritische Punkte vernachlässigt

50 %

Der Verkäufer hatte das Akquisitionsobjekt trickreich herausgeputzt

50 %

* In Prozent der befragten M&A-erfahrenen Topmanager

Quelle: Bain & Company

Bain & Company
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Die Strategieberatung unterhält rund 30 Büros in 19 Ländern und beschäftigt weltweit 2.800 Mitarbeiter. Davon sind 290 in Deutschland und 50 im Schweizer Office tätig. Seit der Gründung 1973 hat Bain für über 2.500 Klienten aus praktisch allen Branchen gearbeitet.


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