München/Düsseldorf, 5. September 2006: Bain & Company analysiert in der aktuellen Studie „Wachstumsunternehmen in Deutschland 2006“, wie es Unternehmen in den klassischsten aller deutschen Branchen Industrie, Maschinenbau und Stahl gelingt, profitabel zu wachsen. Die Zuwachsraten der Siegerunternehmen sind fast doppelt so hoch wie der Branchendurchschnitt, der von Stahlboom und hoher Exportquote getrieben ist.
Mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von knapp elf Prozent in den vergangenen fünf Jahren beweisen die besten Unternehmen der Branche Industrie, Maschinenbau und Stahl eine deutlich höhere Wachstumsdynamik als ihre Mitbewerber. Das ist das Ergebnis der Wachstumsstudie 2006 von Bain & Company, die insgesamt 200 börsennotierte Unternehmen aus zehn verschiedenen Industrien auf nachhaltig profitables Wachstum untersuchte.
Als Klassenbester positionierte sich der Stahlproduzent Salzgitter, der mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 14,5 Prozent im Referenzzeitraum bei hoher Profitabilität sicherlich von dem seit Jahren anhaltenden Stahlboom profitierte. „Allerdings hat sich das Unternehmen, das weltweit nur auf dem 50. Platz unter den Stahlproduzenten rangiert, erfolgreich als Nischenanbieter für Spezialprodukte wie nahtlose Rohre etabliert“, erläutert Dr. Christian Illek, Partner und Branchenexperte von Bain & Company. Den zweiten Platz erreichte der Hersteller von Hand- und Heimwerkergeräten Hans Einhell, der mit seiner „Markenqualität für Preisbewusste“ seit einiger Zeit auch erfolgreich ausländische Märkte erobert. Der dritt platzierten Drägerwerk AG, einem Produzenten von Medizin- und Sicherheitstechnik, gelang es in den vergangenen fünf Jahren auch unter schwierigen Marktbedingungen den Umsatz um knapp 500 Millionen Euro zu steigern und dank sorgsamer Kostenoptimierung dabei äußerst profitabel zu wachsen. Böwe Systec, Hersteller von Kuvertier- und Versandmaschinen und auf dem vierten Rang platziert, gelang mit einem relativen Umsatzplus von rund 16 Prozent im Betrachtungszeitraum ein Zuwachs, der deutlich über den ausgewiesenen sechs Prozent der Gesamtbranchen im Jahr 2005 liegt.
Unabhängig von Unternehmensgröße und Marktsegment sind es fünf Erfolgsfaktoren – so die Ergebnisse der Wachstumsstudie 2006 - die die Besten einen: ein starkes Kerngeschäft, eine klare Strategie, exzellente Geschäftsprozesse, eine leistungsfähige Organisation sowie hohe Kundenorientierung. „Bei aller Konzentration auf Wachstum verliert das Management niemals diese Erfolgsfaktoren aus dem Blick. Vielmehr zeichnen sich die erfolgreichen Unternehmen dadurch aus, dass sie diese Kriterien kontinuierlich in ihr unternehmerisches Handeln integrieren“, so Dr. Olaf Wandhöfer, verantwortlicher Partner bei Bain, zu den Ergebnissen seiner Untersuchung.
Als Indikatoren für nachhaltig profitables Wachstum flossen auf der Grundlage frei zugänglicher, objektiver Finanzzahlen vier gleich gewichtete Datenpunkte in die Auswertung ein: absolutes und durchschnittliches jährliches Umsatz- und Mitarbeiterwachstum, erzielte Eigenkapitalrentabilität und erzielte Überrendite. Die daraus errechnete „Wachstumskennzahl“ (max. 100) zeigt, wie nachhaltig einzelne Unternehmen gewachsen sind.